Mittwoch, 28. Dezember 2016

Ein Blick zurück

Silvester ist nicht mehr weit. Obwohl dieser Tag genauso wie alle anderen Tage des Jahres mit Sonnenauf-, und Sonnenuntergang beginnt, und endet, so scheint dieser Tag doch etwas magisches zu haben. Veranlaßt er doch viele Menschen dazu, sich an diesem Tag anders zu verhalten, als sonst üblich - mich eingeschlossen.

Genau wie Weihnachten halte ich den Silvester-Tag prinzipiell für absolut überbewertet. Dabei amüsieren mich die anderen Menschen, wie sie die Rituale dieses Jahresendtages abarbeiten. Und damit meine ich noch nicht einmal die Sache mit dem Feuerwerk, oder, für die politisch korrekten Mitbürger, die Spende an eine wohltätige Organisation.

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Die schwule Szene, und ihr schlechter Ruf

Wer öfters auf schwulen Dating-Plattformen im Internet unterwegs ist, dem wird vermutlich so wie mir aufgefallen sein, daß Sätze ála " ...ich bin szenefremd", "...bin kein Szenegänger...", oder "bitte keine Szene-Huschen" häufig dort zu lesen sind. Es scheint, als habe die schwule Szene selbst bei ihrer eigenen Zielgruppe kein gutes Ansehen. Doch warum haben Männer, die des öfteren schwule Bars, und Diskotheken aufsuchen, offensichtlich mit Vorurteilen zu kämpfen? Was ist so verwerflich daran, sich mit anderen schwulen Männern in extra dafür eingerichtete Lokalitäten zu treffen?

Freitag, 25. November 2016

Das Hamsterrad

Das Beziehungskarusell dreht sich wieder. Zu groß die Verlockungen, die einem das Internet bietet. Ich befinde mich schon wieder mitten drin. In dem großen Hamsterrad, in dem die Beziehungswilligen ihren idealen Partner hinterher hecheln.
Nach dem Ende meiner letzten, für mich kurzen Affäre mit einem anderen Mann, wollte ich erst einmal nichts mehr wissen von anderen Männern. Ich hatte sowas von die Schnauze voll. Gelangweilt von den immer wiederkehrenden, gleichen Abläufen...


Donnerstag, 24. November 2016

Gay Alien

Ich bin schon immer schwul, und werde es auch bis an mein Lebensende bleiben. Das ist Fakt. Mit Frauen hatte ich noch nie in meinem Leben etwas am Hut. Weder sexuell, noch als Liebes-Partnerin. Frauen ziehen mich nicht an. In keinster Weise. Das ist aber nicht bei allen schwulen Männern so. Ein nicht geringer Prozentsatz hat tatsächlich auch schon mit dem anderen Geschlecht Erfahrungen gesammelt, Freundinnen gehabt, geheiratet, und letztendlich Kinder in die Welt gesetzt. Doch der Gedanke an so ein Verhalten bei mir ist mir so fremd wie chinesische Schriftzeichen.

Es ist kurios, doch schon in der Grundschule war ich mir der Tatsache, daß ich auf Jungs stehe bewußt. Ich kann mich noch gut daran erinnern, daß ich als Vorschulkind mein Mutter gefragt habe, ob es nicht auch möglich ist, das ein Mann einen anderen Mann heiratet. Dabei sah  ich vor meinem geistigen Auge zwei Männer in schwarzen Anzügen, weißen Hemden, und mit Zylinder auf dem Kopf vor der Traualtar stehen. Meine Mutter verneinte das damals. Für sie war das vermutlich genauso undenkbar, wie für über 98% der damaligen Bevölkerung. Als Kind verstand ich das nicht, und das ist bis heute so geblieben.

Mittwoch, 16. November 2016

Papa, Mama...darf ich vorstellen: Das ist mein Freund

Was sich die meisten heterosexuellen Menschen nicht vorstellen können: Wohl keine Angst beschäftigt einen ungeouteten Mann so, wie die Angst davor, sich zu outen, oder geoutet zu werden. Dabei herrscht in der heutigen Zeit die Meinung vor, daß es gar kein Problem mehr darstellt, sich zu offenbaren. In einer Zeit wie heute, wo die Gesellschaft aufgeklärt, und abgeklärt zu sein scheint. Doch der Schein trügt. Gerade in der heutigen Zeit nimmt die Homophobie der Menschen gerade in den Randbezirken der Wohlstandsgesellschaft wieder zu. Kein guter Boden, der Mut für eine Selbstentblößung wachsen läßt.



Dienstag, 1. November 2016

Das Gesundheits - Roulette

Ein wenig schwere Kost am Allerheiligen-Tag. Das paßt ja irgendwie...

Alles was lebt, stirbt irgendwann einmal. So ist es von der Natur vorgesehen, und nicht änderbar. Jedes Lebewesen auf diesem Planeten hat jedoch einen angeborenen Trieb, nicht in die ewigen Jagdgründe einzugehen. Sogar Insekten, die laut Wissenschaft oft nur durch ein paar Nervenzellen gesteuert werden, erkennen Gefahr, und treten beim Auftreten dieser die Flucht an, oder gehen in einen Verteidigungsmodus. Das ist wirklich erstaunlich, nicht wahr?

Auch wir Menschen, die sog. Perle der Schöpfung, tragen diese Angst in uns. Die Angst, zu sterben. Als letzten Schutzmechanismus haben wir denkenden Säugetiere uns eine Mauer aus Religionen und esoterischen Lehren aufgebaut, die die Angst vor dem Tod ein wenig abdämpfen soll. Ich glaube das sogar überzeugte Atheisten auf dem Sterbebett ein Gebet zu einem Gott schicken, in der Hoffnung, daß das nicht das Ende ihres Seins ist. Sondern das jemand für sie da ist, wenn die Seele den Körper verläßt, und man in eine andere Welt übertritt.

Montag, 31. Oktober 2016

Existiert Mr. Perfect?

Ich bin beziehungserprobt. Denke ich zumindest. Ich denke es deswegen, da ich, seit dem ich im gebärfähigen Alter bin, offensichtlich von einer Beziehung in die Nächste stolpere. Ein richtiger Freund von ONS (One-Night-Stands) war ich eigentlich nie. Abgesehen vielleicht von den wenigen Ausnahmen, in der meine Vernunft von den Hormonen in meinen Körper besiegt worden ist. Ich habe stets nach der großen Liebe gesucht. Nach dem idealen Mix aus geilem Sex, Vertrautheit, Geborgenheit, Sicherheit, Verständnis, und Liebe. Die Suche nach Mr. Perfect.

Außer mir suchen auch noch ein paar Millionen andere Menschen nach diesem Typ. Auch wenn es Männer gibt, denen eine Beziehung zu anstrengend ist, die lieber alleine bleiben wollen, und denen Sex pur als zwischenmenschlicher Kontakt genügt, denke ich, daß doch der überwiegende Teil der Männer gerade im reiferen Alter auf der Suche nach jemanden ist, der die unvollständige Seite seines Selbst vervollständigt.

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Zu geil für diese Welt ! Nachschlag !

Was für ein Heuchler!

...werden sich jetzt wohl einige denken, die meinen ersten Post zu dem Thema soziale Netzwerke gelesen haben, und nun evtl. durch einen Link eines solchen Netzwerks auf meinen Blog gelangt sind. Vielleicht hast Du Dir den Blog angesehen, und mit einiger Verwunderung dort gelesen, daß ich noch vor gar nicht all zu langer Zeit (...um genau zu sein: Es war der 21.09.16, also gerade mal ein Monat her...) in dem ursprünglichen Post davon geschrieben habe, daß ich keine sozialen Netzwerke mehr sehen kann. Ich schrieb, daß ich mich bei GayRoyal abgemeldet habe, weil ich fände, daß die Menschen dort wie Waren gehandelt werden. Sich jeder dort zur Schau stellt, sich anbietet, und dabei die Wahrheit nach eigenen Vorstellungen zu seinem Vorteil verbiegt.

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Ein Partner als Sinn des Lebens - Nachschlag!

In meinem fast gleichnamigen, ersten Beitrag mit diesem Titel habe ich versucht, für mich zu erklären, warum in aller Welt wir so darauf aus sind, einen Partner zu finden. Ihn/Sie zu besitzen. Mit ihm/ihr alt zu werden.

Als ich heute Abend aus dem Gebäude meiner Arbeit in die kühle Nachtluft getreten bin, sind mir die vielleicht wichtigsten Gründe erschienen, warum wir einen Lebensgefährten suchen.



Montag, 3. Oktober 2016

Die Körperfresser kommen!

Kennt Ihr diesen Kinofilm aus den frühen 80er Jahren? Als Jugendlicher habe ich mir diesen Streifen angesehen, und hatte tagelang Alpträume deswegen. Warum? Gute Frage, aber ich denke, Filme, in denen die Menschheit auf ihre Ausrottung zusteuert sprechen wohl in besonderem Maße meine unterbewußten Ängste an.

Falls ihr diesen Film noch nicht gesehen habt: Die Handlung beschreibt, wie Außerirdische Pflanzen auf die Erde schicken, aus deren Früchten Replikate von Menschen wachsen, die die Originale dann ersetzen. Die komplette Bevölkerung der Erde wird somit Stück für Stück unterwandert, und ausgetauscht. Gruselig!

Mittwoch, 21. September 2016

Zu geil für diese Welt!

Wie erschaffe ich eine erfolgreiche Internetseite?


Diese Frage haben sich bestimmt schon zig-tausende Menschen gestellt. Und einige haben offensichtlich darauf auch die richtige Antwort gefunden. Doch schauen wir uns die erfolgreichen Web-Giganten doch einmal genauer an. Warum sind sie so erfolgreich?

Eine Internetseite ist dann erfolgreich, wenn sie von vielen Menschen besucht, und genutzt wird. Ist ja eigentlich ganz einfach. Man braucht also eine Idee, welcher Inhalt eine Website so interessant macht, das viele Leute diese anklicken. Jetzt muß man also nur noch herausfinden, welche Interessen die meisten Menschen verbindet.

Wenn man sich unter diesem Aspekt mal die erfolgreichsten Seiten im Internet ansieht, kommt man ganz schnell auf eine Sache, die genauso simple, wie kurios ist. Denn die meisten der erfolgreichsten Seiten im Web sprechen gerade bei uns zivilisierten Menschen die eher niederen Instinkte an:
Neid, Scham, Schadenfreude, Wollust, Habgier, Eitelkeit.

Montag, 19. September 2016

Ein Partner als Sinn des Lebens

Gestern war mein Ex bei mir, und wir haben zusammen zu Abend gegessen. Ich weiß, es schickt sich nicht, aber wir beide haben in unserer zurück liegenden Beziehung einen Faible dafür entwickelt, das Abendessen bei laufenden Fernseher auf der Couch zu uns zu nehmen. Ja, ja, ich weiß: Verwerflich, verwerflich. Aber ich find´s gemütlich. Nicht immer, aber gerade wenn ich alleine zu Hause bin, ist es schöner beim fern sehen zu essen, als alleine an einem Tisch zu sitzen. Ich finde, das "alleine-sein" wird vom Fernseher ein wenig abgedämpft. Ich schweife mal wieder ab...

Mittwoch, 7. September 2016

Dünne haben´s auch nicht leicht

Die in der breiten Masse vorherrschende Meinung ist, daß dünne Menschen durch die fehlende Körpermasse ein schöneres, und angenehmeres Leben haben. Darum läßt kein Werbemedium eine Gelegenheit aus, uns auf ein dünnes Normmaß zu kalibrieren. Und, Herdentrieb sei Dank, folgen wir dem Schönheitsideal, so gut wie es uns möglich ist. Diskonter verdienen sich eine goldene Nase mit Sport-Klamotten. Light-Produkte, die uns bekanntlicherweise beim abnehmen, oder zumindest beim Gewicht halten, nicht helfen, werden dennoch gerne konsumiert. Fitness-Studios schießen wie Pilze aus dem Boden. Und überall sieht man Menschen mit knallbunter, hautenger Sportbekleidung durch die Gegend walken, joggen, und biken.

Sonntag, 4. September 2016

Ein Mann und sein Rock!

Wer meinen Blog kennt, der weiß,  hier geht´s jetzt nicht um Kleidungsstücke. Auch wenn man das jetzt auf Grund meiner sexuellen Neigung vielleicht denken könnte. Es ist für mich immer noch ein Mysterium , warum soooo viele, gerade schwule Männer sich von Andrea Berg, Nicole, dem Napalm-Duo, oder den spastelruter Katzen beschallen lassen. Um der Sache auf den Grund zu gehen, warum ich in dieser Hinsicht anders ticke als offensichtlich die meisten anderen schwulen Männer, versuche ich nachfolgend einfach mal die Geschehnisse in meiner Vergangenheit aufzuschreiben, die für meine musikalische Prägung verantwortlich gewesen sein könnten.

Dienstag, 23. August 2016

Midlife-Crises, die sechste: Der Neue

Hat Dir Dein Partner schon mal die Frage gestellt, wie Du zu Eurer Beziehung stehst?

Also so ganz direkt, genauso wie ich es oben gerade geschrieben habe. Nicht über die Blume, mit den Worten, die wohl schon jeder gehört hat, der in einer festen Beziehung lebt:
"Ich hab Dich sooo lieb!! Liebst Du mich aaauuuch??", oder 
"...Du, wir sind jetzt schon so lange ein Paar. Sollten wir nicht zusammen ziehen?", wobei man "...zusammen ziehen?" auch durch "...heiraten?", "...Kinder kriegen?", oder "...uns Gedanken über unsere Zukunft machen?" ersetzen könnte.
Nein, ich meine so ganz direkt. Ist mir erst vor ein paar Tagen passiert, als mich mein neuer Freund, mit dem ich seit einem guten Jahr zusammen bin, wie aus dem Nichts mit dieser Frage überfallen hat. Wir lagen gerade in der Sonne, ein gekühltes Getränk in der Hand, hörten einen türkischen Radiosender - es lag Strand-Feeling in der Luft.

! Und plötzlich diese Frage !


Und natürlich habe ich mir schon Gedanken über unsere Beziehung gemacht. Über die aktuelle, die voran gegangenen, die evtl. noch kommenden. Ehrlich gesagt ist mein kompletter Kopf voll mit Gedanken, die ich mir schon zu meiner jetzigen Beziehung gemacht habe.

Gedanken, wie beispielsweise der, daß ich mich selbst schon dabei ertappt habe, daß ich meinen jetzigen Freund mit den anderen Freunden, die ich schon hatte vergleiche. Mir oft denke, daß ich mit meinem letzten Freund auf mentaler Ebene mehr Berührungspunkte hatte, und ich es eigentlich schade finde, daß wir uns nach den vielen Jahren getrennt haben, ich aber trotzdem jetzt total froh bin, wieder alleine zu wohnen - und das auch erst mal so bleiben soll!

Samstag, 20. August 2016

Jason Bourne - Tod einer Legende

Okay, ich hätte es nicht tun sollen.

Da ich in den letzten 25 Jahren schon unzählige Filme im Fernsehen, und im Kino angesehen habe, hätte ich es eigentlich besser wissen sollen. Aber die Neugier auf den neuesten Bourne-Film war dann doch einfach zu groß. Endlich wieder ein Bourne-Film mit Matt Damon!

Für alle, die noch keinen der Bourne-Filme gesehen haben, hier ein (wirklich!) kurzer, grober Abriss der Story:
Ein Mann mit Gedächtnisverlust findet in den ursprünglichen drei Teilen der Trilogie Stück für Stück heraus , daß er zu einer geheimen Elite eines Spezial-Sonderkommandos gehört, daß im Auftrag der Regierung unliebsame Leute aus dem Weg räumt. Da die Regierung natürlich nicht möchte, daß diese Tatsache an Tageslicht gelangt, wird Mr. Bourne quer durch die Welt gejagt, und versucht dabei, seine Vergangenheit wieder zu rekonstruieren.


Mittwoch, 10. August 2016

Midlifecrises, die fünfte: Welcome, and be a part of nothing!

Könnt Ihr Euch noch erinnern, wie es sich an gefühlt hat, wenn Ihr als kleines Kind mit Euren Eltern auf dem Rummel, oder beim Einkaufen wart, und plötzlich die Eltern weg waren? Wie vom Erdboden verschluckt, im Menschengetümmel verschollen, oder zwischen den Regalen unsichtbar geworden. Plötzlich wart Ihr alleine. Und zwar ganz allein! Keiner mehr da, der auf Euch aufpaßt. Und Euer Mut, den Ihr noch hattet, waren Eure Eltern noch zugegen, weicht plötzlich einer extensiellen Angst. Dann einer Panik! Wo sind meine Eltern? Haben Sie mich hier vergessen? Einfach so? Mich alleine gelassen, zwischen lauter fremden Leuten? Was wird sein, wenn sie nicht mehr auftauchen? Werde ich im Supermarkt schlafen müssen? Oder noch schlimmer: Kommt die Polizei und holt mich, und ich muß in einer kalten, dunklen Zelle schlafen? Kein leckeres Abendbrot? Kein Gute-Nacht-Kuss von der Mama? Kein Kuscheltier?

Montag, 8. August 2016

Das Muttermal

...oder auch: Warum wir so wie unsere Eltern werden, obwohl wir es nicht wollen - ein Erklärungsversuch.

Kennt jemand von Euch den Spruch: Ein Muttermal, ein Muttermal! Das hatte meine Mutter mal...
Zugegebenerweise nicht besonders geistreich. Aber es beschreibt eine Sache, die man nicht wegleugnen kann: Jeder Mensch ist das Ergebnis aus der Verbindung von einem Mann und einer Frau. Sozusagen der Auszug zweier Personen plus einer Prise eigener Identität.

Und die eigene Identität möchte oft nicht die Eigenschaften bei sich selbst ans Tageslicht kommen lassen, die einem mit in die Wiege gelegt worden sind. Eigenschaften, die man als Teenager bei seinen Erzeugern sieht, und meist zu diesem Zeitpunkt haßt.
Eigenschaften wie Zahnfehlstellungen, krumme Finger, dünnes Haar, oder auch die Gabe, sich Zahlen, oder Gesichter nicht merken zu können. Die cholerische Art des Vaters, oder die Gleichgültigkeit der Mutter.

Dienstag, 2. August 2016

Der Generationen-Konflikt, 2.0

Als ich noch viel jünger war, konnte ich oft die Denkweise von älteren Menschen nicht nachvollziehen. Dinge, die für uns jüngere Menschen ganz selbstverständlich waren, wurden von Leuten, die bereits 2 Generationen älter waren, in Frage gestellt, oder/und auch oft nicht anerkannt, und verspottet. Wie man nur so ignorant, und verschlossen sein kann, habe ich mir damals oft gedacht...

Als ich beispielsweise in den 80ern dank Miami Vice plötzlich angefangen habe, mir leichte Sommeranzüge in Pastellfarben zu kaufen, und diese dann mit barfuß getragenen Espandrilles der Öffentlichkeit zu präsentieren, stieß das gerade in der Anfangsphase oft auf Unverständnis. Oder die Musik, die ich gehört habe - immer nur in Englisch, und für ältere Ohren offenkundig ohne eine erkennbare Melodie. Wie einem das nicht gefallen kann, war mir damals rätselhaft.




Irgendwann einmal kommt die Zeit im Leben, wo man nicht mehr der Jüngste/die Jüngste ist. Kennt Ihr das?
In der Arbeit gibt es plötzlich Kollegen, die nach einem eingestellt worden sind, und die einem den Platz des Nesthakens wegnehmen. In der Disko (jetzt ja "Club"), oder auch im Supermarkt wird man mit "Sie" angesprochen, und nicht mehr mit "junger Mann" - falls dieses jetzt geschieht wäre es natürlich ein Kompliment!
Ich habe mich geschmeichelt gefühlt - gebe ich ganz offen zu! Endlich wird man als erwachsene Person wargenommen, und nicht mehr als Kind. Und, auch wenn es heutzutage leider nicht mehr die Regel ist, so wird einem doch auch auf Grund des Alters ein gewisser Respekt von jüngeren Leuten zuteil, den ich, falls er mir tatsächlich gezollt wird, mich auch blödsinnigerweise ein bißchen mit Stolz erfüllt. Warum auch immer (??).

Mittwoch, 13. Juli 2016

Ab in den Süden

William Shakespeare soll einmal gesagt haben...
"Wenn das ganze Jahr über Urlaub wäre, wäre das Vergnügen so langweilig wie die Arbeit"
Und trotzdem würden die meisten Menschen am liebsten dauernd im Urlaub sein, am besten auch weit weg vom muffigen Alltag, irgendwo, wo die Sonne dauernd lacht, und man die Sorgen, und das schlechte Wetter einfach mal hinter sich lassen kann. Spanien, die Türkei, die Kanaren, und unzählige andere Länder locken jedes Jahr Zehntausende mit Sonne, Strand und Meer. Und auch ich bin mal wieder dem Sirenengesang der Werbeprospekte erlegen, und hab mich für ein paar Tage aus dem regnerischen Sommer dieses Jahres ausgeklinkt.

In den letzten 15 Jahren war ich oft mit dem Flieger unterwegs. 3 mal im Jahr war keine Seltenheit. Und bei vielen Dingen, die man wieder, und wieder macht, so verliert auch das Fliegen irgendwann einmal seinen ursprünglich, aufregenden Reiz. Und was vorher mal eine aufregende Erfahrung war, wird mit der Zeit zu einer lästigen Pflichtveranstaltung.

Für viele andere jedoch beginnt jedoch schon der Urlaub, wenn sie den Flughafen betreten. Viele neue Gesichter, viele verschiedene Sprachen, neue Gerüche, Eindrücke, Einblicke...
Wenn man wie ich jedoch selbst nicht mehr dieses Kribbeln beim Durchschreiten der gläsernen Schiebetüren verspürt, sondern sich wegen dem nun kommende Ritual innere Ablehnung, und Resignation breit macht, sieht man die anderen Leute, die mit leuchtenden Augen auf das nun kommende zusteuern, mit anderen Augen.

Freitag, 17. Juni 2016

Schwule Stereotypen

Das jemand schwul ist, erkennt man normalerweise sofort: feminin, tuntig, eine etwas seltsame Betonung der Silben beim reden, der abgespreizte, kleine Finger beim Kaffetrinken...
Und lesbische Frauen sind burschikos, haben kurze Haare, dunkle Stimmen, schminken sich nicht, und riechen nach altem Pommes-Fett.

Jahrelang wurde uns dieses Bild des schwulen Mannes, und der lesbischen Frau teils durch die Medien, teils durch unwissende Heten in die Schädel geprügelt. Und dieses Bild hält sich nach wie vor in den Köpfen der Menschen.

Das die gemeine Hete homosexuelle Menschen nicht gleich am Äußeren erkennt ist eine Erkenntnis, die schwulen, und lesbischen Menschen schon seit längerem bekannt ist.
Das es dennoch schwule und lesbische Merkmale gibt, die auch tatsächlich bei vielen Homosexuellen gesehen werden können, liegt vermutlich daran, das die Community sich verändert hat, und für sich eigene Dresscodes, und Optiken festgelegt hat.

Donnerstag, 16. Juni 2016

Midlife Crises - die Vierte

Jahrelang war ich mit meiner letzten Beziehung unzufrieden. Und jahrelang habe ich in stillen Momenten darüber gegrübelt, was mir in der Beziehung fehlt. Ich habe mich nach körperlicher Zuneigung und natürlich auch nach erfülltem Sex gesehnt, habe mir ausgemalt, wie es sein könnte, endlich "frei" zu sein.

Ich wollte die Dinge machen, die ich schon so lange nicht mehr gemacht habe. Ich habe mich selbst gesehen, wie ich neue Freunde kennenlerne, und ich mit ihnen am Abend um die Häuser ziehe, ohne das ich mir dafür eine Gardinenpredigt anhören muß. Ich wollte trinken so viel, und so oft ich will, wollte rauchen, wenn ich Lust drauf hab. Wollte alte Bekannte besuchen, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Wollte weniger arbeiten, und mich mehr um meine Freunde, und meine Eltern kümmern, so wie früher. Evtl. auch mal alleine in den Urlaub, nach Gran Canaria vielleicht? Hauptsache raus aus dem ewigen Arbeitstrott, der mich schon seit so vielen Jahren begleitet.

Donnerstag, 2. Juni 2016

Bulk - the series

Wer auf der Suche nach optischen Leckerlis im Internet nach "Bear", "Chubby-Bear", oder ähnlichem sucht, wird wie ich bald auf die eine, oder andere amerikanisch produzierte Serie, bzw. Filme stoßen.

Während die deutsche Bärenszene in dieser Beziehung leider vor sich hinzudümpeln scheint, verwendet die Bear-Community in den USA, oder bei den Brits offensichtlich eine Menge Zeit damit, für Ihre Fans Augenschmeichler zu produzieren. Und obwohl diese Filme zum Teil privat, oder über crowdfunding finanziert zu sein scheinen, so ist die Qualität dieser Filme doch meist erstaunlich gut.

Samstag, 28. Mai 2016

Warum nur "Bären"??

Das ich schwul bin habe ich schon im zarten Kindesalter gewußt. Tatsächlich hatte ich im Gegensatz zu manch anderem Mann wirklich nie das Bedürfnis, mit einem Mädchen, oder später mit einer Frau eine Verbindung einzugehen, die über eine normale Freundschaft hinaus geht.
Dabei hasse ich aber keine Frauen - ich finde sie einfach weder sexuell anziehend, noch bekomme ich beim Anblick einer Frau Schmetterlinge im Bauch.

Abgesehen von der Tatsache, daß ich natürlich als schwuler Mann einige Männer zum verlieben schön und anziehend finde, fühle ich mich in Gesellschaft von Männer einfach wohler. Ich mag Dinge die Männer ausmacht, und Dinge, die Männer tun. Mit dem meisten Frauen-Zeugs kann ich einfach nix anfangen, und gerade in der heutigen Zeit gehen mir die Übermuttis, die "selbstbestimmt" ihr Leben leben stellenweise gehörig auf den Sack!. Aber dazu gibt´s evtl. noch einen anderen Beitrag...

...wo war ich stehen geblieben?? Ah, genau...Thema "Bären".

Freitag, 6. Mai 2016

Zusammen wohnen - ein Beziehungskiller?

Eigentlich bin ich davon ausgegangen, daß die meisten homosexuellen Männer in keinen festen Beziehungen leben, und diese auch nicht favorisieren. In den letzten Jahren war ich des öfteren in der Szene unterwegs, und konnte dort bei Gesprächen feststellen, daß der größte Teil der schwulen Männer, mit denen ich mich unterhalten habe, in keiner festen Beziehung gelebt haben. Neugiering habe ich mal das allwissende Internet mit dem Stichwort "langjährige, schwule Beziehung" gefüttert, und bin auf diesen Link gestoßen. Und für alle, die den kurzen Bericht dort nicht lesen wollen: Angeblich hätten Studien in den USA gezeigt, daß ca. die Hälfte der befragten schwulen Männer in festen Beziehungen leben, und diese auch anstreben. Das hat mich dann doch ein wenig überrascht...

Was als Konsequenz einer festen Partnerschaft folgt, ist meist der Drang, so viel Zeit wie möglich mit dem Partner zu verbringen. Um diesen Wunsch nach zu kommen legen sich viele dieser Paare einen gemeinsamen Wohnsitz zu - so wie es den meisten von uns durch unsere Erziehung vorgelebt worden ist.

In Gedanken stellt man sich das Zusammenleben normalerweise traumhaft schön vor: Immer neben dem Mann einschlafen und aufwachen, den man in sein Herz geschlossen hat. Zusammen frühstücken, kein nerviges Pendeln mehr zwischen zwei Wohnungen, Haustiere, evtl. Kinder (so man dafür empfänglich ist).

Sonntag, 17. April 2016

Music for the masses - not german, not gay!

Leute....ich bin ehrlich enttäuscht! 


Jawohl, richtig gehört, ich bin echt enttäuscht! Von Euch, Ihr Musik produzierenden Sängern, Songwritern, und Plattenlabeln.

Als sehr Musik-interessierter Mann bin ich oft bei Youtube unterwegs, immer auf der Suche nach Musik, die mich berührt, und mir eine wohlige Gänsehaut bereitet. Oder ich finde aufwendig produzierte Musik-Videos, die besser sind, als das meiste, was man im Fernsehen vorgesetzt bekommt.

Irgendwann habe ich mal entdeckt, das es im Internet doch eine beträchtliche Anzahl an schwulen Musik-Videos gibt, die in Ihrer Professionalität und Aufmachung den Mainstream-Pop mehr als ebenbürtig sind.

Mittwoch, 6. April 2016

Beziehung, oder was?

Ein Buch von Michael Nast hat in jüngster Vergangenheit für viel Aufsehen gesorgt.
Titel: "Generation beziehungsunfähig"

Schon witzig, daß 16 Monate nach der Trennung von meinem Freund genau dieses Buch so einen Erfolg zu haben scheint. Denn genau das hat mir mein Exfreund auch vorgeworfen. Ich wäre wahrscheinlich einfach nicht beziehungsfähig. Und das nach 14 Jahren, die wir zusammen waren. Schon komisch...

Aber vielleicht ist es ja tatsächlich so. Vielleicht bin ich nur die Sperrspitze der Generation, die nicht fähig dazu scheint, eine möglichst lebenslange Freundschaft zu einem anderen Menschen zu haben? Vielleicht ist es ja auch wirklich zu anstrengend, immer wieder Energie in eine bereits bestehende Beziehung zu investieren, wenn vor der Tür schon die nächsten Kandidaten für einen neuen Lebensabschnitt warten, und einen mit ihren Sirenenklängen locken.

Mittwoch, 23. März 2016

Midlife Crises - die Zweite


Gerade vorhin habe ich einen interessanten Forumsbeitrag gelesen, den ich Euch natürlich nicht vorenthalten möchte => Trennung nach 15 Jahren Ehe.

Ich muß zugeben, daß ich beim lesen dieses Beitrags das Gefühl hatte, als würde ich in einen Spiegel schauen...

Von solchen Beiträgen, die von Trennungen in der MlC erzählen, gibt es eine ganze Menge im Internet. Offensichtlich scheint es so zu sein, daß in der MlC etliche Männer ihre gewohnte, langjährige Beziehung hinter sich lassen, und zu neuen Ufern aufbrechen. Doch warum?
In einem Bericht des Focus habe ich eine Erklärung gefunden, die ich als sehr plausibel empfunden habe. Die Psychologin Anna Schoch erklärt dieses Trennungsverhalten wie folgt, Zitat:
"Bis circa 40 werden gesellschaftliche Vorgaben abgearbeitet: Ausbildung, Job, Familie, Wohlstandsmehrung – es geht um das äußere Wachstum. Ab der Lebensmitte geht es um das innere Wachstum. Hier werden andere Werte abgefragt: Glück, seelische Balance, Sinnfragen – wie und mit wem will ich bis zum Tod leben?" (Quelle: Focus online)
Wie schon in meinem ersten MlC-Bericht zu lesen war, beschreibt die Psychologin in dem Focus-Artikel genau die Gefühlsregungen die bei mir aufgetreten sind, als die MlC bei mir zugeschlagen hat. Das hat mich sehr überrascht. Ich bin also nicht alleine mit meinen Gefühlen - das ist ja schon mal was!

Montag, 21. März 2016

Komm raus!

 

Ich denke, jeder der schwul ist...


... kommt irgendwann mal an den Punkt, an der er sich entscheiden muß, ob er sich öffentlich dazu bekennen will.

Zwischenzeitlich findet man im Internet tausende Berichte, Tipps, und Anleitungen, wie man sein ComingOut durchführen sollte, auf was zu achten ist, was man dabei vermeiden sollte. Aber genauso, wie die Entscheidung, ob man sich outet, so ist die Art des ComingOut auch immer sehr individuell. Und Berichte im Internet zu lesen kann zwar hilfreich sein, liefert meist nicht immer ein Patent-Rezept für sein eigenes, persönliches ComingOut.

ComingOut ist nicht gleich ComingOut


Wie weit man sich gegenüber anderen öffnet, hängt sehr stark von der eigenen persönlichen Situation ab. Beziehungsstatus, familiäre Umstände, Wohnsituation, Arbeitsstelle, Religion, gesellschaftlicher Status,und weitere Faktoren spielen dabei eine wichtige Rolle.

Der meiner Meinung nach größte Einfluß auf den Umfang des eigenen Outings hat jedoch die Einstellung, die man zu seiner eigenen Sexualität hat, und, wieviel Einfluß diese Sexualität auf das eigene Leben ausübt. Salopp ausgedrückt könnte man das auch ausdrücken mit den Fragen:
  • Wie schwul ist mein Leben vor dem Outing schon gewesen, und...
  • ... wie schwul soll mein zukünftiges Leben werden?

Freitag, 26. Februar 2016

Midlife Crises, die Erste


So ein Blog soll ja eine Art Tagebuch sein. Na dann fangen wir mal damit an...

Für die meisten ist es wohl, genauso wie für mich früher, eher ein Phänomen, das man belächelt. Eine Sache, die einen selber nicht betrifft, und die einen auch nie betreffen wird. Doch das ist ein Trugschluss, denn wir alle werden zwangsweise älter.

Und wenn man nicht gerade eine Frau ist, und damit die berühmten Wechseljahre genießen darf, wird irgendwann einmal die sog. Midlife-Crises bei einem aufschlagen. Da ich, wie die meisten meiner Geschlechtsgenossen, davon ausgegangen bin, daß dieses Phänomen auch nicht bei mir auftrifft, habe ich mir nie große Gedanken drüber gemacht - bis es mich auch erwischt hat.

Damit Ihr mal sehen könnt, was dabei so abgeht, versuche ich hier einen kleinen Abriss meiner Midlife-Crises zu posten. Vielleicht hilft es ja einem von Euch, wenn das gnadenlose Alter bei Euch im Gehirn den Schalter umlegt.

Aber jetzt erst mal von Anfang an..

Sonntag, 24. Januar 2016

Hat unsere sexuelle Orientierung eine Auswirkung auf die Berufswahl?

Du arbeitest nicht als Kranken-, oder Altenpfleger, Friseur, Kellner, oder Koch?

Dann gehörst Du warscheinlich zu den schwulen Männer, die tatsächlich einen Beruf ausüben, der  nicht zu den "schwulen" Berufen gehört. Und es gibt noch weiter Berufesparten, die offensichtlich tatsächlich eher von schwulen Männern besetzt werden, wie beispielsweise Steward, Erzieher, oder Verkäufer.

Doch an was mag das liegen?

Liegt es wirklich daran, daß homosexuelle Männer mehr weibliche Gene im Blut haben, wie es die heterosexuell orientierte Welt einem gerne einreden will?

Ich habe da so meine eigenen Theorien, und es gibt meines Erachtens zwei Möglichkeiten, warum es Berufe zu geben scheint, die besonders gerne von schwulen Männern ausgeübt werden.

Freitag, 1. Januar 2016

Das Klischee von dem tuntigen, schwulen Mann

Was ich mich schon oft gefragt habe:

Wo zum Henker kommen nur die Klischees her, mit denen meist heterosexuelle Menschen schwule Männer belegen?