
Als ich noch viel jünger war, konnte ich oft die Denkweise von älteren Menschen nicht nachvollziehen. Dinge, die für uns jüngere Menschen ganz selbstverständlich waren, wurden von Leuten, die bereits 2 Generationen älter waren, in Frage gestellt, oder/und auch oft nicht anerkannt, und verspottet. Wie man nur so ignorant, und verschlossen sein kann, habe ich mir damals oft gedacht...
Als ich beispielsweise in den 80ern dank Miami Vice plötzlich angefangen habe, mir leichte Sommeranzüge in Pastellfarben zu kaufen, und diese dann mit barfuß getragenen Espandrilles der Öffentlichkeit zu präsentieren, stieß das gerade in der Anfangsphase oft auf Unverständnis. Oder die Musik, die ich gehört habe - immer nur in Englisch, und für ältere Ohren offenkundig ohne eine erkennbare Melodie. Wie einem das nicht gefallen kann, war mir damals rätselhaft.
Irgendwann einmal kommt die Zeit im Leben, wo man nicht mehr der Jüngste/die Jüngste ist. Kennt Ihr das?
In der Arbeit gibt es plötzlich Kollegen, die nach einem eingestellt worden sind, und die einem den Platz des Nesthakens wegnehmen. In der Disko (jetzt ja "Club"), oder auch im Supermarkt wird man mit "Sie" angesprochen, und nicht mehr mit "junger Mann" - falls dieses jetzt geschieht wäre es natürlich ein Kompliment!
Ich habe mich geschmeichelt gefühlt - gebe ich ganz offen zu! Endlich wird man als erwachsene Person wargenommen, und nicht mehr als Kind. Und, auch wenn es heutzutage leider nicht mehr die Regel ist, so wird einem doch auch auf Grund des Alters ein gewisser Respekt von jüngeren Leuten zuteil, den ich, falls er mir tatsächlich gezollt wird, mich auch blödsinnigerweise ein bißchen mit Stolz erfüllt. Warum auch immer (??).