Hat Dir Dein Partner schon mal die Frage gestellt, wie Du zu Eurer Beziehung stehst?
Also so ganz direkt, genauso wie ich es oben gerade geschrieben habe. Nicht über die Blume, mit den Worten, die wohl schon jeder gehört hat, der in einer festen Beziehung lebt:"Ich hab Dich sooo lieb!! Liebst Du mich aaauuuch??", oder
"...Du, wir sind jetzt schon so lange ein Paar. Sollten wir nicht zusammen ziehen?", wobei man "...zusammen ziehen?" auch durch "...heiraten?", "...Kinder kriegen?", oder "...uns Gedanken über unsere Zukunft machen?" ersetzen könnte.Nein, ich meine so ganz direkt. Ist mir erst vor ein paar Tagen passiert, als mich mein neuer Freund, mit dem ich seit einem guten Jahr zusammen bin, wie aus dem Nichts mit dieser Frage überfallen hat. Wir lagen gerade in der Sonne, ein gekühltes Getränk in der Hand, hörten einen türkischen Radiosender - es lag Strand-Feeling in der Luft.

! Und plötzlich diese Frage !
Und natürlich habe ich mir schon Gedanken über unsere Beziehung gemacht. Über die aktuelle, die voran gegangenen, die evtl. noch kommenden. Ehrlich gesagt ist mein kompletter Kopf voll mit Gedanken, die ich mir schon zu meiner jetzigen Beziehung gemacht habe.
Gedanken, wie beispielsweise der, daß ich mich selbst schon dabei ertappt habe, daß ich meinen jetzigen Freund mit den anderen Freunden, die ich schon hatte vergleiche. Mir oft denke, daß ich mit meinem letzten Freund auf mentaler Ebene mehr Berührungspunkte hatte, und ich es eigentlich schade finde, daß wir uns nach den vielen Jahren getrennt haben, ich aber trotzdem jetzt total froh bin, wieder alleine zu wohnen - und das auch erst mal so bleiben soll!
Gedanken wie der, daß ich darüber verwundert bin, wie schnell doch augenscheinlich der Zauber des Kennen-, und Lieben-lernens verschwindet, und von einer Art Routine abgelöst wird. Und wie schnell man sich aneinander gewöhnt hat. Wie schnell man sich so Nahe gekommen ist, das diese Magie des verliebt-seins sich in einen Art des Stillstands verwandelt hat.
Gedanken wie, daß unser Sexualleben nicht so aufregend, und neu ist, wie ich es erwartet habe, und ich mich dabei ertappe, daß ich wieder einmal den gleichen Fehler mache, wie immer. Wie damals, als mich meine erste richtig lang andauernde Freundschaft zu einem anderen Mann in eine tiefe Krise gestürzt hat, da dieser Mann mit seiner sexuellen Offenheit alle meine bisherigen, moralischen Werte über den Haufen geschmissen hat, und ich aber das wie immer in mich hineingefressen habe. Das ich jetzt wieder einmal nicht hartnäckig dieses Thema an-, und durchspreche, und vermutlich wieder so lange warte, bis die neue Beziehung wieder den Bach runter geht.
Gedanken wie, "...und wenn schon! Es gibt Milliarden andere Männer auf der Welt! Wenn´s der nicht ist, dann halt ein anderer!", und ich mir schon vorstelle, wie es sein könnte, einfach Schluß zu machen. Ich aber auf Grund meiner letzten, noch frischen Erfahrungen, zwischenzeitlich weiß, daß die Realität nach einer Trennung gaaaaanz anders aussieht, als ich sie mir immer vorgestellt habe.
Gedanken wie der, das ich mir mit der Suche nach einem neuen Freund nach der Trennung von meinem Ex viel mehr Zeit hätte lassen sollen, und ich mich nicht gleich wieder in eine neue Beziehung hätte drängen lassen sollen. Eine Beziehung, die mich stellenweise ein engt, und mich manchmal auch schon wieder zu Dingen verpflichtet, denen ich eigentlich aus dem Weg gehen wollte.
Gedanken wie, daß ich bei einigen Leuten noch nicht mal klipp & klar gesagt habe, daß ich nicht mehr mit meinem Ex zusammen bin, da ich die Enttäuschung nicht in Ihren Gesichtern sehen möchte ( " Oooohh, Ihr wart doch schon sooo lange zusammen. Und eigentlich habt Ihr ja echt gut zusammen gepaßt..." ). Und ich mich dafür hasse, so lethargisch zu sein, so inkonsequent, und so egoistisch zu sein. Immer mit dem kuriosen Hintergedanken, das da irgendwas falsch läuft. Ich nichts sagen darf, weil da irgend etwas noch nicht so richtig stimmt, ich mit meinen Gedanken auf irgeneine verschrobene Weise noch nicht im Reinen bin.
Gedanken wie, daß mein neuer Freund einer der hübschesten Männer ist, die mir bisher über den Weg gelaufen sind, und wir eigentlich auch sehr viele Gemeinsamkeiten haben. Mir aber dennoch irgendein bestimmtes, wichtiges Etwas, daß ich weder mit Worten, noch mit Gedanken beschreiben kann, fehlt. Und ich auch nicht einordnen kann, ob dieses Gefühl nur ein Produkt aus der mir immer noch nachhängenden Trennung, meiner Midlife-Crises, oder einer echten nicht vorhandenen Sache ist, oder nicht. Und ich Angst habe, erst zu einer Erkenntnis zu kommen, wenn schon ein Haufen Zeit vergangen ist, und ich wieder einmal einen anderen Menschen in einen dunklen Abgrund stoße, wenn ich mich dann evtl. von Ihm trenne.
Gedanken wie, das ich eigentlich ein ziemlicher Freak bin, und mein armer, neuer Schatz nach seiner auch schon bewegten, und auch oft enttäuschenden Vergangeheit eigentlich einen viel, viel, besseren Freund verdient hätte, als ein nicht beziehungsfähiges Wrack wie mich.
Gedanken wie.....
"...und? Hast Du Dir schon mal Gedanken über uns gemacht? Ich meine, bist Du zufrieden? Oder stört Dich irgendwas?Und während ich noch auf meiner alten weißen Plastik-Liege in der Sonne brate, denke ich mir, jetzt bloß keine Grundsatz-Diskussion anfangen. Bloß nicht diesen schönen Sommer-Nachmittag mit Urlaubs-Flair durch einen unbedarften Satz kaputt machen. Nicht den Zauber dieses gechillten Vorabends zerstören. Und ich mache das, was ich immer meist immer mache. Das was ich in der Vergangenheit gemacht habe, und was meine letzten Beziehungen letztendlich gekillt hat.
"...Du Schatz, ich hab mir darüber ehrlich gesagt noch gar nicht so richtig einen Kopf gemacht. Ich genieße einfach das, wie es gerade ist. Ist doch okay, oder?"Situation gerettet. Zumindest für jetzt. Doch was in meinem Kopf wirklich vorgeht weiß nur ich. Eigentlich ganz schön mies von mir. Ich muß echt mal damit aufhören!!
Na ja, kommt Zeit, kommt Rat, und das kommende Wochenende naht, wo ich meinen Schatz wieder sehe. Mal schauen, vielleicht habe ich tatsächlich mal den Arsch in der Hose, und spreche mal ein paar Sachen an, die mir auf der Seele liegen.
...vielleicht...
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