Sonntag, 24. Januar 2016

Hat unsere sexuelle Orientierung eine Auswirkung auf die Berufswahl?

Du arbeitest nicht als Kranken-, oder Altenpfleger, Friseur, Kellner, oder Koch?

Dann gehörst Du warscheinlich zu den schwulen Männer, die tatsächlich einen Beruf ausüben, der  nicht zu den "schwulen" Berufen gehört. Und es gibt noch weiter Berufesparten, die offensichtlich tatsächlich eher von schwulen Männern besetzt werden, wie beispielsweise Steward, Erzieher, oder Verkäufer.

Doch an was mag das liegen?

Liegt es wirklich daran, daß homosexuelle Männer mehr weibliche Gene im Blut haben, wie es die heterosexuell orientierte Welt einem gerne einreden will?

Ich habe da so meine eigenen Theorien, und es gibt meines Erachtens zwei Möglichkeiten, warum es Berufe zu geben scheint, die besonders gerne von schwulen Männern ausgeübt werden.



These Nr.1:

Aus eigenen Erfahrungen und Beobachtungen habe ich festgestellt, daß viele schwule Männer im Gegensatz zu den hetero-Pendant meist über ein höheres soziales Engagement, eine höhere Belastbarkeit in Stresssituationen, eine niedrigere Aggressivitätsschwelle, und eine besseres musisches Gespür verfügen. Das würde erklären, warum sehr viele schwule Männer lieber als Innenarchitekt, als Schauspieler, als Musiker, in einer Behinderten-Werkstatt, oder als Arzt arbeiten, als Ihren Lebensunterhalt als Eisenflechter, oder LKW-Fahrer zu bestreiten.

These Nr. 2:

 Es gibt genauso viele schwule Männer in, nennen wir sie einmal "nicht-schwule-Berufen", und es weiß einfach kein Mensch, da diese Männer sich gezwungen sehen, auf ein Coming-Out zu verzichten.

Dazu: Da ich selbst auch in dieser Situation bin, einen Beruf auszuüben, der sich in einer Männer-Domäne befindet, habe auch ich bisher darauf verzichtet, mich grundlegend beim Personal meines Brötchengebers zu outen. Für mich hat sich dabei die Frage gestellt, ob es Sinn macht, mich gegenüber anderen Männern zu erklären, bei denen die Prioritäten des Lebens nur aus Arbeiten, vögeln, und Essen bestehen, und ich im Gegenzug dafür mit sinnfreiem Getuschel hinter meinem Rücken belohnt werde. Und so wie mir geht es dabei sicherlich auch vielen, vielen anderen schwulen Männern, und, sollte das einer von Euch lesen - ich kann Euch wirklich verstehen.

Sicherlich werden sich jetzt einige die Frage stellen, warum mich dieses Thema beschäftigt. Das mag daran liegen, daß ich mich selbst in der o. g. Lage befinde.
Zum anderen finde ich es einfach schade, daß die Gesellschaft selbst im Jahr 2016 offensichtlich immer noch nicht so weit ist zu akzeptieren, daß nicht alle Männer dem gleichen Stereotyp entsprechen.


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