Auf diese Sache bin ich vor zirka drei Jahren gestoßen. Oder besser gesagt: Auf das Thema Fotografie. Begonnen hat das alles, als mir ein Kollege seine Spiegelreflexkamera zum Kauf angeboten. Da ich bekanntermaßen anfällig für neue Hobbys bin, hat mich seit dieser Offerte das Thema nicht mehr losgelassen. Solange, bis ich mir eine günstige, aber dennoch leistungsfähige DSLR-Kamera besorgt habe, mit der ich seitdem alles ablichte, was in meinen Augen als "schön" betrachtet werden kann. Vorschläge für etwaige Motive entdeckt man zwangsläufig, wenn man sich nur lange genug mit dem "Bilder-machen" beschäftigt. Denn das Internet quillt nur so über von Bildergalerien, Tutorials, und Ratgebern. Offenbar bin ich einer von Vielen, der sich für diese Tätigkeit erwärmen kann.
Mit der Zeit entdeckt man, welche Motive einem besonders liegen. Ich gehe davon aus, daß der überwiegende Teil der Fotografen alles ablichtet, was ihn/sie fasziniert. Das können Aufnahmen in der Natur, Porträts, Fahrzeuge sein. Einfach alles erdenkliche, was einem dann besonders fasziniert, wenn man es professionell, oder auch originell auf einer Speicherkarte festhält. Mich persönlich hat dabei die oben bereits erwähnte Streetphotography in den Bann gezogen.
Doch was versteht man eigentlich unter "Streetphotography" ?
Das zu beantworten ist nicht so einfach, denn hier scheiden sich die Geister. Für die einen muß ein Foto dieser Kategorie auf jeden Fall in schwarz-weiß aufgenommen worden sein. Andere sind eher angetan von ungewöhnlicher Architektur, die oft in städtischen Ballungszentren zu entdecken ist.
Meiner Meinung nach geht es bei Straßenfotografie in erster Linie darum, Szenen von Menschen in verschiedensten Situationen festzuhalten - egal, ob das in "freier Wildbahn", oder in ihrem eigenen Garten passiert. Aber wie schon erwähnt, ist die Grenze fließend, was gerade für mich den Reiz dieser Art der Fotografie ausmacht.
Es gibt eine Menge bekannter Namen, die untrennbar mit dieser Kunst verbunden sind:
Vivan Maier, Garry Winogrand, oder Henri Cartier Bresson sind nur einige, die dieses Genre "erfunden", und perfektioniert haben. Ihnen folgen unzählige Nachahmer. Aber auch nicht minder interessante, unbekannte Fotografen prägen den Stil dieser besonderen Kunst mit ihren eigenen Bilder.
Das meiner Meinung nach herausragende Element an der Straßenfotografie ist der Umstand, daß die dort entstehenden Bilder eigentlich nichts Ungewöhnliches zeigen. Meist sind es lebensnahe Szenen. Abschnitte, die in dem Bruchteil einer Sekunde die Zeit einfrieren, und den Augenblick konservieren. Optische Eindrücke, die sich bei jedem von uns tagtäglich auf die Netzhaut brennen, und doch so schnell vergessen werden, wie sie erschienen sind. Die Kunst bei der Streetphotography ist es, das Besondere an dem Profanen zu sehen, und es für andere sichtbar zu machen. Für mich hat das etwas Magisches!
Wenn man sich diesem Hobby annähert, sich ausprobiert, seine Technik verfeinert, und sich weiterentwickelt, verändert sich der eigene Blick auf seine Umwelt. Man sieht Dinge anders. Oft, wenn ich ohne Kamera unterwegs bin, entdecke ich nicht selten Motive, die es wert gewesen wären, hier und jetzt, in diesem Augenblick, von mir verewigt zu werden. Doch, auch wenn jede Sekunde unwiederbringbar verloren geht, gibt es trotzdem keinen Grund, traurig zu sein. Denn, man weiß nun, daß die verrückte Welt einem aufmerksamen Beobachter mit dem neuen Wissen Millionen neuer Motive schenkt, die alle nur darauf warten, entdeckt zu werden.
Mit dem Fotoapparat durch seine Umgebung zu schlendern hat etwas von einer Schatzsuche. Und wenn man zu Hause sein Netz voller in Bildern festgehaltener Zeitabschnitte aus dem Wasser zieht, ist es jedes Mal erneut spannend, welchen Fang man an diesem Tag eingeholt hat.
Eine neue, wundervolle Charaktereigenschaft habe ich seit dem Start meines Fotohobbys bei mir (wieder)entdeckt. Und das ganz unabhängig davon, ob ich fotografiere, meine eigenen Bilder betrachte, oder mir die Fotos von anderen Fotografen ansehe: Eine neu gewonnene Freude an anderen Menschen.
Durch die entsprechenden Fotos kann jeder für einen kurzen Moment am Leben Anderer teilhaben. Man sieht, daß jeder mit den gleichen Problemen zu kämpfen hat, sich über die selben Dinge freut, oder sich über die gleichen Mißgeschicke ärgert. Mir kommt es so vor, als wären mir andere Menschen durch die Fotografie näher gekommen. Ist das nicht eine schöne Entdeckung? Falls das so wäre, dann sollten sich viel mehr Menschen mit der Streetfotography beschäftigen.
Vielleicht gäbe das unserem Zusammenleben einen positiven Spin in die richtige Richtung...?
Falls Du nun neugierig auf meine Bilder geworden bist, dann folge diesem Link hier. Viel Spaß beim entdecken.

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