Dieses Video hat mich auf diese merkwürdige Entwicklung hingewiesen. Komischerweise ist mir das bisher noch nicht in der Klarheit aufgefallen. Doch es stimmt: Unsere Hobbies sind keine Hobbies im eigentlichen Sinne mehr.
Wie sich Hobbys entwickelt haben, kann man gut bei Wikipedia nachlesen. Der erste Satz dieses Artikels bringt dabei die Sache auf den Punkt:
Ein Hobby (Plural: Hobbys)
ist eine Freizeitbeschäftigung, die der Ausübende freiwillig und
regelmäßig zum eigenen Vergnügen oder der Entspannung betreibt.
Ist Euch noch nie aufgefallen, wie unentspannt wir in der heutigen Zeit mit unserer Freizeit umgehen? Mir ist das bereits vor Jahren aufgefallen - nämlich bei mir. Ich habe das der Tatsache geschuldet, daß ich aufgrund Hausumbau, um dementsprechend kleinem Finanzbudget dazu gezwungen war, so viele auflaufenden Arbeiten wie möglich selbst zu erledigen. Doch selbst, wenn man genug Geld zur Verfügung hat, gibt es immer mehr Menschen in unserer Wohlstandsgesellschaft, die ihre Freizeit "sinvoll" nuzten möchten. Wobei "sinnvoll" immer bedeutet, daß im bestmöglichen Fall ein messbares Ergebnis am Ende des Zeiteinsatzes vorzuweisen ist.
Auch ich bin ein Opfer dieses Mainstream-Phänomens. Sport habe ich deswegen gemacht, um Gewicht zu reduzieren. Schrottfiguren habe ich gebastelt, um sie bestenfalls danach online zu verkaufen. Nur aus Lust einfach spazieren zu gehen, war für mich lange Zeit einfach Zeitverschwendung. In den Urlaub fliegen, nur um dort am Strand zu sitzen, und die Sonne zu genießen, war mir ein Graus. Zu kostbar die Freizeit, die man auf diese Weise ungenutzt vergeudet.
Auch ich bin ein Opfer dieses Mainstream-Phänomens. Sport habe ich deswegen gemacht, um Gewicht zu reduzieren. Schrottfiguren habe ich gebastelt, um sie bestenfalls danach online zu verkaufen. Nur aus Lust einfach spazieren zu gehen, war für mich lange Zeit einfach Zeitverschwendung. In den Urlaub fliegen, nur um dort am Strand zu sitzen, und die Sonne zu genießen, war mir ein Graus. Zu kostbar die Freizeit, die man auf diese Weise ungenutzt vergeudet.
Auch heute noch kann ich feststellen, daß ich ungern meine freie Zeit nur für den reinen Lustgewinn nutzen möchte. Doch es wird besser, je älter ich werde. Liegt es daran, daß sich in mir die Erkenntnis ausbreitet, daß das Leben nicht nur aus Besitz, und aus dem Erreichen von gesellschaftlich etablierten Leistungsmarkern besteht? Ich denke, so ist es. Was wir alle durch die im Film gezeigte Verhaltensweisen verlieren, habe ich auch bei mir festgestellt: Das lustvolle Auskosten schöner Erlebnisse.
Wenn alles nur noch dem Leistungsgedanken unterstellt wird, hat man selbst keine Zeit mehr dafür, sich an dem Erreichten zu erfreuen. Ist man bei dem gesteckten Ziel angekommen, wird sofort wieder ein neues, imaginäres kreiirt. Zur Ruhe kommen wird somit unmöglich.
Ich kann mir gut vorstellen, daß das immer häufigere Aufkommen psychologischer Zivilisationskrankheiten, wie dem Burn-Out, ADHS, Depressionen, und weiteren, genau daher rührt. Der Mensch ist nicht für diesen Dauerstreß gemacht. Wir sind nicht dafür geschaffen, immer nur 100% Leistung abzugeben. Wen man immer nur Vollgas fährt, muß man sich deswegen nicht wundern, wenn man einen Unfall erleidet.
Glücklicherweise habe ich mit der Fotografie, dem Motorradfahren, und Reisen ins Ausland Hobbys gefunden, die tatsächlich nur dazu dienen, mir Freude zu bereiten. Auch, wenn ich mich ab und zu daran erinnern muß, nicht in alte Denkmuster zu verfallen. Meistens gelingt es mir🙂!

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