Dienstag, 23. August 2016

Midlife-Crises, die sechste: Der Neue

Hat Dir Dein Partner schon mal die Frage gestellt, wie Du zu Eurer Beziehung stehst?

Also so ganz direkt, genauso wie ich es oben gerade geschrieben habe. Nicht über die Blume, mit den Worten, die wohl schon jeder gehört hat, der in einer festen Beziehung lebt:
"Ich hab Dich sooo lieb!! Liebst Du mich aaauuuch??", oder 
"...Du, wir sind jetzt schon so lange ein Paar. Sollten wir nicht zusammen ziehen?", wobei man "...zusammen ziehen?" auch durch "...heiraten?", "...Kinder kriegen?", oder "...uns Gedanken über unsere Zukunft machen?" ersetzen könnte.
Nein, ich meine so ganz direkt. Ist mir erst vor ein paar Tagen passiert, als mich mein neuer Freund, mit dem ich seit einem guten Jahr zusammen bin, wie aus dem Nichts mit dieser Frage überfallen hat. Wir lagen gerade in der Sonne, ein gekühltes Getränk in der Hand, hörten einen türkischen Radiosender - es lag Strand-Feeling in der Luft.

! Und plötzlich diese Frage !


Und natürlich habe ich mir schon Gedanken über unsere Beziehung gemacht. Über die aktuelle, die voran gegangenen, die evtl. noch kommenden. Ehrlich gesagt ist mein kompletter Kopf voll mit Gedanken, die ich mir schon zu meiner jetzigen Beziehung gemacht habe.

Gedanken, wie beispielsweise der, daß ich mich selbst schon dabei ertappt habe, daß ich meinen jetzigen Freund mit den anderen Freunden, die ich schon hatte vergleiche. Mir oft denke, daß ich mit meinem letzten Freund auf mentaler Ebene mehr Berührungspunkte hatte, und ich es eigentlich schade finde, daß wir uns nach den vielen Jahren getrennt haben, ich aber trotzdem jetzt total froh bin, wieder alleine zu wohnen - und das auch erst mal so bleiben soll!

Samstag, 20. August 2016

Jason Bourne - Tod einer Legende

Okay, ich hätte es nicht tun sollen.

Da ich in den letzten 25 Jahren schon unzählige Filme im Fernsehen, und im Kino angesehen habe, hätte ich es eigentlich besser wissen sollen. Aber die Neugier auf den neuesten Bourne-Film war dann doch einfach zu groß. Endlich wieder ein Bourne-Film mit Matt Damon!

Für alle, die noch keinen der Bourne-Filme gesehen haben, hier ein (wirklich!) kurzer, grober Abriss der Story:
Ein Mann mit Gedächtnisverlust findet in den ursprünglichen drei Teilen der Trilogie Stück für Stück heraus , daß er zu einer geheimen Elite eines Spezial-Sonderkommandos gehört, daß im Auftrag der Regierung unliebsame Leute aus dem Weg räumt. Da die Regierung natürlich nicht möchte, daß diese Tatsache an Tageslicht gelangt, wird Mr. Bourne quer durch die Welt gejagt, und versucht dabei, seine Vergangenheit wieder zu rekonstruieren.


Mittwoch, 10. August 2016

Midlifecrises, die fünfte: Welcome, and be a part of nothing!

Könnt Ihr Euch noch erinnern, wie es sich an gefühlt hat, wenn Ihr als kleines Kind mit Euren Eltern auf dem Rummel, oder beim Einkaufen wart, und plötzlich die Eltern weg waren? Wie vom Erdboden verschluckt, im Menschengetümmel verschollen, oder zwischen den Regalen unsichtbar geworden. Plötzlich wart Ihr alleine. Und zwar ganz allein! Keiner mehr da, der auf Euch aufpaßt. Und Euer Mut, den Ihr noch hattet, waren Eure Eltern noch zugegen, weicht plötzlich einer extensiellen Angst. Dann einer Panik! Wo sind meine Eltern? Haben Sie mich hier vergessen? Einfach so? Mich alleine gelassen, zwischen lauter fremden Leuten? Was wird sein, wenn sie nicht mehr auftauchen? Werde ich im Supermarkt schlafen müssen? Oder noch schlimmer: Kommt die Polizei und holt mich, und ich muß in einer kalten, dunklen Zelle schlafen? Kein leckeres Abendbrot? Kein Gute-Nacht-Kuss von der Mama? Kein Kuscheltier?

Montag, 8. August 2016

Das Muttermal

...oder auch: Warum wir so wie unsere Eltern werden, obwohl wir es nicht wollen - ein Erklärungsversuch.

Kennt jemand von Euch den Spruch: Ein Muttermal, ein Muttermal! Das hatte meine Mutter mal...
Zugegebenerweise nicht besonders geistreich. Aber es beschreibt eine Sache, die man nicht wegleugnen kann: Jeder Mensch ist das Ergebnis aus der Verbindung von einem Mann und einer Frau. Sozusagen der Auszug zweier Personen plus einer Prise eigener Identität.

Und die eigene Identität möchte oft nicht die Eigenschaften bei sich selbst ans Tageslicht kommen lassen, die einem mit in die Wiege gelegt worden sind. Eigenschaften, die man als Teenager bei seinen Erzeugern sieht, und meist zu diesem Zeitpunkt haßt.
Eigenschaften wie Zahnfehlstellungen, krumme Finger, dünnes Haar, oder auch die Gabe, sich Zahlen, oder Gesichter nicht merken zu können. Die cholerische Art des Vaters, oder die Gleichgültigkeit der Mutter.

Dienstag, 2. August 2016

Der Generationen-Konflikt, 2.0

Als ich noch viel jünger war, konnte ich oft die Denkweise von älteren Menschen nicht nachvollziehen. Dinge, die für uns jüngere Menschen ganz selbstverständlich waren, wurden von Leuten, die bereits 2 Generationen älter waren, in Frage gestellt, oder/und auch oft nicht anerkannt, und verspottet. Wie man nur so ignorant, und verschlossen sein kann, habe ich mir damals oft gedacht...

Als ich beispielsweise in den 80ern dank Miami Vice plötzlich angefangen habe, mir leichte Sommeranzüge in Pastellfarben zu kaufen, und diese dann mit barfuß getragenen Espandrilles der Öffentlichkeit zu präsentieren, stieß das gerade in der Anfangsphase oft auf Unverständnis. Oder die Musik, die ich gehört habe - immer nur in Englisch, und für ältere Ohren offenkundig ohne eine erkennbare Melodie. Wie einem das nicht gefallen kann, war mir damals rätselhaft.




Irgendwann einmal kommt die Zeit im Leben, wo man nicht mehr der Jüngste/die Jüngste ist. Kennt Ihr das?
In der Arbeit gibt es plötzlich Kollegen, die nach einem eingestellt worden sind, und die einem den Platz des Nesthakens wegnehmen. In der Disko (jetzt ja "Club"), oder auch im Supermarkt wird man mit "Sie" angesprochen, und nicht mehr mit "junger Mann" - falls dieses jetzt geschieht wäre es natürlich ein Kompliment!
Ich habe mich geschmeichelt gefühlt - gebe ich ganz offen zu! Endlich wird man als erwachsene Person wargenommen, und nicht mehr als Kind. Und, auch wenn es heutzutage leider nicht mehr die Regel ist, so wird einem doch auch auf Grund des Alters ein gewisser Respekt von jüngeren Leuten zuteil, den ich, falls er mir tatsächlich gezollt wird, mich auch blödsinnigerweise ein bißchen mit Stolz erfüllt. Warum auch immer (??).