Freitag, 10. Januar 2025

Ich weiß es besser!

Ist Euch eigentlich aufgefallen, daß wir minderbemittelten Menschen, überwiegend von Hochbegabten umgeben sind?

Ach? Das ist Euch noch gar nicht aufgefallen? Na, dann seid Ihr ja offenbar noch dümmer, als ich dachte, und daß, obwohl ich selbst nicht gerade die hellste Kerze auf der Torte bin. Aber bestimmt stellt ihr nur Euer helles Licht unter den Scheffel, damit keiner Euer Genie entdeckt. Verständlich! Wer will denn auch dauernd von anderen um seinen Rat gefragt werden? Die Antwort ist einfach: In den 2000er Jahren offenbar fast jeder - und daß meist ungefragt.

Aufgefallen, daß ich nur noch von Blitz-Birnen umgeben bin, ist mir, seitdem ich oft auf Youtube meine Zeit vergeude. Auch mir könnte man zugegebenerweise vorwerfen, ich würde mich dort wichtig machen, was bestimmt auch zu einem Teil stimmen mag. Wer Videos, oder Bilder von sich im Internet postet, befriedigt sicherlich damit auch ein gewisses Geltungsbedürfnis, und ist auf der Sucne nach Anerkennung, und Lob. Da möchte ich mich gar nicht ausnehmen, und ich gebe meinen Kritikern hier an dieser Stelle recht.

Was ich jedoch für mich behaupten kann ist, daß ich versuche, nur die Kenntnisse nach außen weiter zu geben, von denen ich mir sicher bin, daß diese auch so im Kern stimmen. Das liegt in der Regel daran, weil ich diese Kenntnisse selbst ausprobiert habe. Ich habe jedoch nicht den Anspruch, selbst im Besitz der immer "einzig-wahren Wahrheit" zu sein, und diese dann in der Öffentlichkeit zu verbreiten. Ich lasse mich auch gerne gegebenenfalls berichtigen. Man lernt ja nie aus, wie jedes Kind weiß.

...moment mal: Weiß das noch jedes Kind?

Ich habe den Eindruck, daß Kindern jetzt oft beigebracht wird, daß sie außerordentlich sind. Außerordentlich intelligent. Außerordentlich brav. Außerordentlich fleißig.
Aber sind sie das wirklich? Und woher kommt diese Idee, der eigene Ableger könnte nur deswegen in der Schule so schlechte Noten schreiben, da er in Wirklichkeit eigentlich unterfordert ist, und sich im Grunde genommen nur langweilt?
In meiner Kindheit ist man in solchen Fällen davon ausgegangen, daß sein Sproß einfach für manche Anforderungen, die die Schule an ihn/sie stellte, nicht das richtige, geistige Rüstzeug mit auf den Weg gegeben worden ist - was nebenbei gesagt auch nicht schlimm ist, denn jeder Mensch hat eine Begabung, die ihn letztendlich im Leben weiterbringen kann - man muß sie nur finden, und fördern. Zugegebenerweise bestimmt auch stellenweise ein schwieriges Unterfangen.

Seit jedoch Berichte in den Medien unterwegs sind, das miese Schulnoten in äußerst seltenen Fällen auch ein Ergebnis einer Hochbegabung sein können, scheint die Seltenheit dieser aufkommenden Fälle rapide abzunehmen. Kurioserweise konnte ich im Alltags-, und Berufsleben noch nicht selbst feststellen, daß sich die meisten Menschen jüngerer Generationen plötzlich auf einem geistigen Level bewegen, welches Albert Einstein neidisch machen würde. Eher das Gegenteil ist zu beobachten, wenn ich mir den Anteil der AfD-Wähler anschaue, welcher das dreißigste Lebensjahr noch nicht erreicht hat.

Was soll auch aus Kindern werden, denen man oft eingeredet hat, sie wären etwas besonderes? Richtig: Aus ihnen werden Erwachsene, die denken, sie wären etwas besonderes. Als Beweis meiner These führe ich gerne die Kommentare hier ins Feld, die ich oft unter Filmen, und Videos bei YouTube sehe. Dort bündelt sich so viel Fachwissen über alle erdenklichen Themengebiete des Lebens, daß ich mich immer wundere, warum wir in Deutschland zur Zeit dann doch nicht mehr das Zugpferd von Europa sind, und im Vergleich zu anderen Ländern immer weiter abzubauen scheinen. Merkwürdig, oder?

Ich kann mir auch beim besten Willen nicht erklären, woher diese Arroganz kommt, zum Beispiel als einfacher Büroangestellter besser über Corona Bescheid zu wissen, als Virologen, die beruflich nichts anderes machen, als sich tagtäglich mit fiesen Viren auseinander zu setzen. Befinden wir uns also alle in einem geistigen Höhenflug? Wenn dem so ist, könnte ich mir gut vorstellen, daß das unter anderem in der Tat die Folge einer verfehlten Erziehung sein könnte.

Dabei würde ein wenig Demut, Respekt und Vertrauen vor/auf Experten-Wissen, und das Anerkennen der Tatsache, daß man nicht bei allen Themengebieten ein Fachmann sein kann, unser Zusammenleben so viel einfacher machen. Und nebenbei würde man auf diese Weise vielen Populisten die Munition für ihre Angriffe auf unsere Gesellschaft entziehen. Da wir uns zur Zeit jedoch eher auf einem kollektiven, individuellen Egotrip befinden, bleibt das vermutlich eine Utopie, die wir zumindest in den nächsten Jahren nicht erreichen werden. Dazu geht es uns vermutlich noch zu gut - noch!

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