Mittwoch, 14. März 2018

Der perfekte Tag - reloaded !


...ja, ich weiß: Ich bin Euch noch was schuldig...

In meinem Thread "Der perfekte Tag" hatte ich mich mit einer Fragestellung beschäftigt, die mir von meiner Therapeutin auf´s Auge gedrückt worden ist. Wie der Titel schon sagt, sollte ich mir überlegen, wie ein perfekter Tag bei mir aussehen könnte, und ich sollte diesen auf Papier bannen. Dieses Unterfangen war zu diesem Zeitpunkt für mich fast nicht durchführbar, so tief war ich damals in meinen duklen Gedankenwolken vergraben.

In der Zwischenzeit hat sich vieles verändert. Sehr vieles. Mein bisheriges, sehr negatives Selbstbild hat sich gewandelt. Meine Selbstreflektion ist nun in vielen Teilen positiv. Ja, man könnte auch sagen: Ich mag mich wieder, und zwar so wie ich bin. Ich akzeptiere, daß ich nicht perfekt bin. Niemand ist perfekt! Ich realisiere, daß ich zwar schwul bin, aber dennoch nicht von allen Menschen deswegen abgelehnt werde. Das Stigma, daß mir in meiner Kindheit angezogen worden ist, löst sich langsam von mir.
Es hat lange gebraucht, um aus dem tiefen Loch zu steigen, in dem ich mich über 3 Jahre befunden habe. Zurückblickend muß ich sagen, daß ich es ohne fremde Hilfe nicht geschafft hätte, mich aus meinem eigenen, geistigen Grab zu befreien. Für alle, die damit beginnen, diesen Weg zu beschreiten sei gesagt, daß einem dieses Geschenk einer neuen, positiven Selbstreflektion nicht kostenlos unter den Weihnachtsbaum gelegt wird. Es macht Arbeit, sich mit sich selbst auseinander zu setzen. Es ist jedoch sehr interessant, und vor allem lohnt es sich!

Montag, 5. März 2018

Die Wahrheit über die Midlife Crises

Kri̱·se
Substantiv [die]
Höhepunkt oder Wendepunkt einer gefährlichen Lage, entscheidender Abschnitt einer schwierigen Situation.


...okay, dann laß mich mal nachsehen...

Du bist zwischen 40 und 50 Jahre alt. Hast einen Beruf, ein schönes Zuhause, in dem ein Partner/in mit Dir zusammen lebt. Vielleicht habt Ihr Kinder. Vielleicht auch eine Katze. Jeder der Dich zu kennen glaubt, denkt, Du bist am Ziel.

Doch unverhofft stellst Du alles in Frage, denn Du bist nicht zufrieden. Nicht mit Deinem Leben. Nicht mit Deinem Job. Nicht mit Deinem Partner. Nicht mit Deiner Freizeitgestaltung. Nicht mit Deinem Liebesleben. Oder mit Teilen davon.

Du bist verwirrt, und suchst Rat im Internet. Findest dort unzählige Artikel die beschreiben, wieso Du plötzlich so anders denkst als vorher.
Das was Du hast nennt sich angeblich "Midlife-Crises". Diese Floskel, die Du schon so oft gehört hast. In Deinem Kopf erscheint ein Bild: Du siehst einen alten, grauhaarigen, notgeilen, und schmierigen Sack, der hinter dem Steuer eines roten Porsche-Cabrio sitzt. Auf dem Beifahrersitz neben ihm sitzt eine sehr, sehr junge Frau mit langen, blonden Haaren. Sie freut sich so über Ihren am Steuer des Wagens sitzenden Freund, daß sie das den Leuten auf der Straße durch leicht hysterisches Lachen mitteilen muß, während die beiden bei lauter Musik durch den Ort schleichen.

Du vergleichst Dich mit dem Opa in Deinem Kopf, und stellst erleichtert fest, daß Du mit ihm nicht die Spur einer Gemeinsamkeit hast. Doch keine Midlife-Crises?