Mittwoch, 23. März 2016

Midlife Crises - die Zweite


Gerade vorhin habe ich einen interessanten Forumsbeitrag gelesen, den ich Euch natürlich nicht vorenthalten möchte => Trennung nach 15 Jahren Ehe.

Ich muß zugeben, daß ich beim lesen dieses Beitrags das Gefühl hatte, als würde ich in einen Spiegel schauen...

Von solchen Beiträgen, die von Trennungen in der MlC erzählen, gibt es eine ganze Menge im Internet. Offensichtlich scheint es so zu sein, daß in der MlC etliche Männer ihre gewohnte, langjährige Beziehung hinter sich lassen, und zu neuen Ufern aufbrechen. Doch warum?
In einem Bericht des Focus habe ich eine Erklärung gefunden, die ich als sehr plausibel empfunden habe. Die Psychologin Anna Schoch erklärt dieses Trennungsverhalten wie folgt, Zitat:
"Bis circa 40 werden gesellschaftliche Vorgaben abgearbeitet: Ausbildung, Job, Familie, Wohlstandsmehrung – es geht um das äußere Wachstum. Ab der Lebensmitte geht es um das innere Wachstum. Hier werden andere Werte abgefragt: Glück, seelische Balance, Sinnfragen – wie und mit wem will ich bis zum Tod leben?" (Quelle: Focus online)
Wie schon in meinem ersten MlC-Bericht zu lesen war, beschreibt die Psychologin in dem Focus-Artikel genau die Gefühlsregungen die bei mir aufgetreten sind, als die MlC bei mir zugeschlagen hat. Das hat mich sehr überrascht. Ich bin also nicht alleine mit meinen Gefühlen - das ist ja schon mal was!

Montag, 21. März 2016

Komm raus!

 

Ich denke, jeder der schwul ist...


... kommt irgendwann mal an den Punkt, an der er sich entscheiden muß, ob er sich öffentlich dazu bekennen will.

Zwischenzeitlich findet man im Internet tausende Berichte, Tipps, und Anleitungen, wie man sein ComingOut durchführen sollte, auf was zu achten ist, was man dabei vermeiden sollte. Aber genauso, wie die Entscheidung, ob man sich outet, so ist die Art des ComingOut auch immer sehr individuell. Und Berichte im Internet zu lesen kann zwar hilfreich sein, liefert meist nicht immer ein Patent-Rezept für sein eigenes, persönliches ComingOut.

ComingOut ist nicht gleich ComingOut


Wie weit man sich gegenüber anderen öffnet, hängt sehr stark von der eigenen persönlichen Situation ab. Beziehungsstatus, familiäre Umstände, Wohnsituation, Arbeitsstelle, Religion, gesellschaftlicher Status,und weitere Faktoren spielen dabei eine wichtige Rolle.

Der meiner Meinung nach größte Einfluß auf den Umfang des eigenen Outings hat jedoch die Einstellung, die man zu seiner eigenen Sexualität hat, und, wieviel Einfluß diese Sexualität auf das eigene Leben ausübt. Salopp ausgedrückt könnte man das auch ausdrücken mit den Fragen:
  • Wie schwul ist mein Leben vor dem Outing schon gewesen, und...
  • ... wie schwul soll mein zukünftiges Leben werden?