Das Telefon klingelt.
Wolfgang, ein guten Freund vom anderen Ende Bayerns, ruft an. Kennen gelernt hatte ich ihn über meinen damaligen Freund, der nun schon seit 25 Jahren auf der "anderen Seite" wohnt. Unsichtbar für uns Lebenden.
Aufgrund der Entfernung sehen Wolfgang und ich uns nur selten. Zu groß der Abstand, zu vollgepackt die Tage mit all den Dingen, die wir glauben erledigen zu müssen. Aber, wir telefonieren. Zwar nicht oft, aber ab und zu. Deswegen freue ich mich sehr, als seinen Telefonnummer auf dem Display auftaucht.
Doch die Freude wehrt nicht lange. Grund für den Anruf ist ein trauriger Anlaß: Von einem weiteren Freund aus alten Tagen ist der Lebendgefährte verstorben. Letztes Spätjahr bekam er die Diagnose Leberkrebs. Seit dieser Zeit mußte sein Partner ihm dabei zusehen, wie innerhalb eines langen, leidenvollen Jahres Stück für Stück das Leben aus dem vertrauten Menschen gestohlen wurde.
