Sonntag, 9. Juli 2023

Dicke Freunde


Für diejenigen, die sich tatsächlich auf diesen Blog verirrt haben, ist es kein Geheimnis, daß ich schwul bin. Ein Umstand, auf den ich nicht stolz bin, und den ich deswegen auch nicht wie ein Protestschild vor mir her trage. Für mich ist, und war es nie etwas "unnatürliches", sondern eine Eigenschaft, die so zu meinem Wesen gehört, wie die Tatsache, daß ich gut darin bin, Dinge zu reparieren. Für mich ist es nichts besonderes, schwul zu sein. Im Kontext mit meiner Außenwelt, vor der ich mich lange zurückgezogen habe, jedoch schon. Ich kann nicht sagen, daß ich zur Kategorie gehöre, die sich den Spruch "proud to be gay" auf ihre Fahne schreibt. Ich bin proud, daß ich es als schwules Mitglied der Weltbevölkerung geschafft habe, mich trotz aller Widrigkeiten nicht klein kriegen zu lassen.

Für "normale" Menschen ist es ungewöhnlich, auf das gleiche Geschlecht fokusiert zu sein. Noch ungewöhnlicher wird die Sache jedoch, wenn man entgegen dem vorherrschenden Schönheitsideal nicht auf muskolöse, schlanke Männer abfährt, sondern eine Faible für stämmige, gerne auch haarige, und ältere Männer hat, die oberflächlich gesehen von nicht wenigen als "häßlich", oder "nicht liebenswert" angesehen werden. Für Unwissende unverständlich teilen eine Menge schwule Männer diese Vorliebe für die sog. "Bären", und es ist ein regelrechter Run auf Männer dieses Kalibers entbrannt.

Für sog. "Chaser" (Jäger), die sich einen solchen "Bären" erlegen wollten, spielt es primär eine Rolle, dieses Tier in ihr Netz zu bekommen. Wie ein Leben mit einem solchen Mann abseits der romantischen Blase aussieht, wissen viele Newbies allerdings nicht. Eine Sache, über die ich aufgrund meines biblischen Alters, und einiger Beziehungen, bereits einige Erfahrungen sammeln konnte.